Hintergrund
Mein Weg an die Börse
Ich bin Enrico, Baujahr 1984, und beschäftige mich seit über 15 Jahren mit dem Thema Börse. Mein Werdegang war dabei gleichzeitig wechselreich und unspektakulär: Ich habe im Forex-Markt angefangen und mich damals zum ersten Mal ernsthaft mit technischer Analyse beschäftigt.
Wirklich verstanden hatte ich das Ganze am Anfang aber noch nicht. Ein Chart war für mich damals umso besser, je mehr Indikatoren darin eingeblendet waren. RSI, sämtliche Moving Averages, Pivot Points und natürlich Fibonacci-Levels waren immer dabei. Aus heutiger Sicht muss man darüber schmunzeln, aber genau dort hat es angefangen.
Die großen Erfolge blieben aus und es lief maximal auf Break-even hinaus. Ich fing an, mit MQL4 und MQL5 Expert Advisors für den Metatrader zu bauen, und im Backtest hatte ich auch schnell eine Breakout-Momentum-Strategie zusammen. Damals dachte ich kurz: Easy peasy, der Job kann gekündigt werden. Rückblickend war der größte Trade aus dieser Zeit wahrscheinlich der Brexit-Tag, als klar wurde, dass UK die EU verlässt und die Märkte beziehungsweise das Pfund massiv eingebrochen sind.
Am Ende musste ich diesen Ansatz aber aufgeben, weil Slippage und Fees einen großen Teil des vermeintlichen Vorteils aufgefressen haben. Das war rückblickend eine wichtige Lektion: Ein guter Backtest allein reicht nicht.
2017 bin ich dann voll in die Bitcoin-Blase hineingelaufen. Das Ironische daran ist, dass ich schon Jahre vorher wusste, was BTC ist, und ungefähr 2013 sogar kurz davor war, mir einen Miner in den Keller zu stellen. Gescheitert ist das damals an meiner eigenen Logik, dass die Erzeugung von Bitcoins mehr kostet als ihr damaliger Gegenwert von rund 12 USD. Also habe ich es gelassen und meine ersten BTC dann später fast bei 18.000 USD gekauft. Darüber kann ich heute immer noch lachen.
In dieser Phase habe ich mich zum ersten Mal ernsthaft mit Vermögensaufbau beschäftigt. Ganz langweilig über ETF-Sparpläne entstand eine echte Sparquote, und ich habe mich jeden Monat darüber gefreut, wie das Vermögen langsam wächst. Durch meinen Beruf als Entwicklungsingenieur konnte ich trotz Familie meist rund 1.000 EUR pro Monat dafür aufbringen. Mit den starken Jahren von 2018 bis 2023 wuchs das Depot schnell, und im Covid-19-Crash habe ich im Tief relativ viel in Ethereum zu rund 100 USD je ETH gekauft. Ende 2025 habe ich diese Positionen dann endgültig bei knapp 3.500 USD realisiert, und das Kapital ist in mein IB-Depot gewandert.
Zu Optionen bin ich erst ungefähr 2022 gekommen. Ich habe viele Videos von Jens Rabe gesehen, der oft gute und anschauliche Beispiele gebracht hat. Relativ früh habe ich gemerkt, dass Optionen viel eher meinem Stil entsprechen als rein direktionales Trading. Gleichzeitig habe ich aber zu lange gewartet, weil Optionen anfangs ungewohnt und abstrakt wirken. Man muss bei vielen Dingen umdenken, zum Beispiel bei Moneyness oder bei der Logik, dass ein Short Put bullisch und ein Long Put bärisch ist.
Als ich dann die ersten Wheel-Trades gemacht hatte, kam schnell Routine auf. Daraus ist mit der Zeit eine echte Leidenschaft entstanden, und ich probiere bis heute viele Ansätze aus. Inzwischen handle ich vor allem Bull Spreads auf den XSP als bullische Strategie, außerdem Öl-, Gold- und Silber-Future-Optionen, VIX-Hedges und weitere Setups.
Neben dem finanziellen Aspekt macht mir das Ganze einfach sehr viel Spaß. Genau diese Leidenschaft möchte ich mit Optionist.net teilen. Deshalb gibt es hier nicht nur Strategieseiten, sondern auch Marktansichten, Grundlagen und eigene Werkzeuge wie die OWS oder den Optionspreisrechner.
Wahrscheinlich werde ich noch am letzten Tag, an dem ich existiere, irgendeine Position losschicken, auch wenn ich es dann vielleicht längst nicht mehr nötig habe.