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Grundlagen

Call und Put einfach erklärt

Calls und Puts sind die zwei Grundbausteine im Optionshandel. Wer sie versteht, versteht auch, warum Optionen sich anders verhalten als Aktien.

Kernidee

Recht zu kaufen oder zu verkaufen

Ein Call gibt das Recht, einen Basiswert zu einem festen Strike zu kaufen. Ein Put gibt das Recht, einen Basiswert zu einem festen Strike zu verkaufen.

Für den Käufer ist die Grundidee einfach: Ein Call profitiert von steigenden Kursen, ein Put von fallenden Kursen. Genau deshalb werden Calls oft für bullische Ideen genutzt und Puts für bärische Ideen oder Absicherung.

Der große Unterschied ist Recht gegen Pflicht: Der Käufer hat ein Wahlrecht. Der Verkäufer der Option übernimmt eine Verpflichtung, falls die Option ausgeübt wird.

Ein einfaches Beispiel

  • Aktie bei 100 EUR Das ist unser aktueller Spotpreis.
  • Long Call mit Strike 95 EUR Profitiert von steigenden Kursen der Aktie. Dieser Call wäre ITM, also In the money, weil der Strike unter dem aktuellen Spotpreis liegt.
  • Long Put mit Strike 105 EUR Profitiert von fallenden Kursen der Aktie. Dieser Put wäre bei einem Spotpreis von 100 EUR ebenfalls ITM, weil der Strike über dem aktuellen Spotpreis liegt.
  • Hinweis zu OTM Ein Put wäre OTM, also Out of the money, wenn sein Strike unter dem aktuellen Spotpreis liegt, zum Beispiel bei 95 EUR.
  • Merksatz Call (Long) = Aufwärtsidee, Put (Long) = Abwärtsidee oder Schutz.
Wert Kurs Strike Call Put

Kurzfassung

Die wichtigsten Punkte auf einen Blick

  • Call (Long) Recht, das Underlying zum Strikepreis zu kaufen. Long Calls profitieren von steigenden Kursen.
  • Put (Long) Recht, das Underlying zum Strikepreis zu verkaufen. Long Puts profitieren von fallenden Kursen.
  • Long Der Käufer entscheidet, ob er ausübt oder nicht.
  • Asymmetrie Optionen reagieren nicht linear wie Aktien.
  • Praxis Erst Call und Put verstehen, dann erst komplexere Strategien.

Stillhalter

  • Call (Short) Die Pflicht, das Underlying zum Strikepreis abzugeben. In den meisten Fällen heißt das zum Beispiel: Aktien oder ETFs werden zum Strikepreis ausgebucht, wenn der Käufer der Option ausübt.
  • Put (Short) Die Pflicht, das Underlying zum Strikepreis zu übernehmen. Man bekommt also Aktien, ETFs oder auch Futures zum Strikepreis eingebucht. Dafür sollte natürlich genug freie Margin vorhanden sein.
  • Wichtig Der Verkäufer der Option, egal ob Call oder Put, bekommt die Prämie sofort zum aktuellen Börsenpreis auf das Konto gebucht.
  • Typisches Beispiel Ein CSP (Cash Secured Put): Man verkauft einen Put und hält genug Kapital bereit, um das Underlying bei Andienung kaufen zu können.